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Proben: Das Haus der Chöre bietet uns dafür eine großartige Möglichkeit.

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Dirigent: Christian Kabitz leitet den Cäcilienchor seit fast dreißig Jahren.

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Frankfurt: Wir sind ein fester Bestandteil der Musikkultur der Weltstadt am Main.

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Zusammen: Gemeinsam den perfekten Klang suchen, das ist unser Anspruch.

Logo des Cäcilienchors
200 Jahre Cäcilienchor - 1818 Frankfurt am Main 2018

„So alt sehen Sie gar nicht aus!“

200 Jahre Cäcilienchor


Felix Mendelssohn BartholdyEs ist immer erfreulich, derlei Komplimente zu hören, vor allem, wenn sie wahr sind. Unsere große Schwester, die zehn Jahre ältere Museums-Gesellschaft, hat uns unlängst in ihrer eigenen kundigen Programmvorschau sogar als „quicklebendig“ bezeichnet, was wir angesichts unseres stattlichen Alters ebenfalls als Kompliment nehmen und gerne an dieser Stelle zurückgeben.

Die großen Oratorienwerke, die in unserem Jubiläumsjahr auf dem Programm stehen, sind seit 200 Jahren auch unsere treuen musikalischen Begleiter und teilweise durch sehr persönliche Geschichten mit uns verbunden. Neben Bachs „Matthäus-Passion“ und dem geliebten „Weihnachtsoratorium“, Orffs „Carmina Burana“ und Verdis „Requiem“ findet sich im Jubiläumsjahr 2018 selbstredend auch Mendelssohns „Paulus“ auf dem Konzertplan – ein Werk, dessen Komponist wie kein anderer mit der Geschichte des Cäcilienchores verbunden ist. Gemeinsam mit der Museums-Gesellschaft unter Leitung ihres Generalmusikdirektors Sebastian Weigle und zusammen mit der Frankfurter Singakademie, der Frankfurter Kantorei und dem Figuralchor werden wir dieses Werk musizieren.

Enoch zu GuttenbergEs versinnbildlicht auch die besondere Verbindung, die der Cäcilienchor seit seiner Gründung im Jahre 1818 mit der Museums-Gesellschaft hat. Denn Johann Nepomuk Schelble war Leiter der Abteilung Musikwissenschaft des „Museums“, wie die Gesellschaft zu Anfang hieß, und Tenor an der Oper, bis eine „hartnäckige Heiserkeit“ sein Engagement vorzeitig beendete. Auf der Suche nach einem neuen Betätigungsfeld setzte er seine Idee für einen gemischten Chor am 24. Juli 1818 im eigenen Wohnzimmer um. Eine kulturelle Bürgerinitiative in bester Frankfurter Tradition, die im Lauf der Jahre auch nach Schelble durch die guten Beziehungen zur Museums-Gesellschaft wachsen und gedeihen konnte.

Wie wird man 200 Jahre alt und bleibt jung? Das ist einfach und kompliziert zugleich und hat mit Zeit zu tun. Ja, der Cäcilienchor ist ein traditionsreicher Chor, er ist der Chormusik des 18. und 19. Jahrhundert verpflichtet, und in seinem Gründungsjahrhundert war das moderne Musik. Am Puls der Zeit sang der Cäcilienchor 1827 die „Missa Solemnis“ des damals kürzlich verstorbenen Beethoven, 1837 Mendelssohns „Paulus“, 1847 den „Elias“ und zu Lebzeiten Brahms’ „Ein deutsches Requiem“.

Im 20. Jahrhundert findet man Orff, Honegger, Kodály, aber auch unbekanntere Namen wie Ernst Krenek oder Lorenz Lemlin in den Programmheften. Ebenfalls modern und mutig waren aber auch Mendelssohns musikalische Verdienste um die Wiederentdeckung und Wertschätzung der Werke Johann Sebastian Bachs, genau wie Schelbles Gespür dafür, die Matthäus-Passion nur Theodor Engel wenige Wochen nach der berühmten Wiederaufführung durch die Berliner Singakademie von seinem Cäcilienchor in Frankfurt singen zu lassen. Wir lernen daraus, auch Rückbesinnung kann modern sein.

Nun, im 21. Jahrhundert angekommen, wird die Modernität des Chores zwar nicht vom zeitgenössischen Repertoire bestimmt, wohl aber von seiner Offenheit für die unterschiedlichsten Musikstile und für seine Neugierde, auch im Altbekannten immer wieder Neues zu entdecken. Mit dieser Einstellung kann man noch weitere 200 Jahre jung bleiben.

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